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Moderation kann Veranstaltungen zu einem Erlebnis werden lassen. Unerlässlich für eine gelungene Moderation ist die Vorbereitung. Natürlich kann immer ein gewisser offener Rahmen für spontane Einfälle bzw. Reaktionen auf das Publikum oder Aktionen auf der Bühne bleiben. Ein Gerüst sollte aber dennoch fix stehen. Was will ich meinem Publikum sagen? Was sollte es wissen? Welche Informationen möchte ich gerne weitergeben? Prinzipiell gilt: Moderieren muss dem/der ModeratorIn Moderator:in Spaß machen – das Publikum merkt sofort, wenn sich ein/e ModeratorIn Moderator:in nicht wohl fühlt, schlecht vorbereitet ist oder keinen Spaß daran hat, sich selbst zuzuhören. Im Gegenzug dazu merkt ein Publikum aber auch sofort, wenn ein/e ModeratorIn Moderator:in gut vorbereitet ist, Geschichten erzählt, Bilder erzeugt, das Publikum fesselt und selbst Freude daran hat.

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Sobald das Programm feststeht, kann der Ablauf geplant werden. Zwischen welchen Stücken soll moderiert werden? Können manche Stücke ohne Moderation aufeinander folgen? Sollen Interviews eingeplant werden (mit wichtigen Personen wie SponsorInnen oder BürgermeisterInnen Sponsor:innen oder Bürgermeister:innen oder aber auch mit MusikerInnenMusiker:innen)? Steht der genaue Ablauf fest, müssen Informationen zu den Stücken eingeholt werden? Das Internet ist dabei oft eine gute erste Quelle. Achtung aber – es kursieren auch viele unklare Informationen im Internet. Wenn man sich bei Informationsquellen nicht sicher ist, sollte man immer besser noch eine weitere Quelle zur Rate ziehen. Sind Uraufführungen geplant, so müssen Informationen jedenfalls beim Komponisten/bei der Komponistin eingeholt werden. Falls er oder sie vor Ort ist, liegt ein Interview auf der Hand. Das macht die Komposition für das Publikum noch greifbarer.

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  • nicht zu viele Fakten: Jahreszahlen, Geburtsdaten etc. interessieren das Publikum meist nur in kleinen Dosen und bleiben ohnehin meist nicht im Gedächtnis.
  • Informationen prüfen: dabei nicht nur Hintergründe zu den Werken suchen, sondern auch Informationen über Orchester, Ensembles, MusikerInnen, DirigentIn Dirigent:in und Probenarbeit einholen und aufbereiten
  • Ablauf – Stücke zusammenfassen: Manchmal bietet es sich an, zwei oder drei Stücke auf einmal anzumoderieren und dann dazwischen nicht reden zu müssen. Das lockert auf und bringt Abwechslung in den Konzertverlauf.
  • Organisatorische Details abklären: Falls der/die ModeratorIn Moderator:in nicht selbst VeranstalterIn Veranstalter:in ist, muss unbedingt abgeklärt werden, ob gewisse Dinge gesagt werden müssen: Die Begrüßungsliste mit VIP-Gästen, Sponsoren und Partnern sollte durchgegangen werden. Auch hier gilt: Wer kann zusammengefasst begrüßt werden? Lange Begrüßungslisten am Beginn des Konzerts sind für das Publikum sehr ermüdend. Wie lange wird die Pause dauern? Gibt es Verpflegung in der Pause? Gibt es eine Website oder eine Newsletter-Liste, in die man sich eintragen kann? Wann ist das nächste Konzert? – Es sollte am Ende angekündigt werden. Der Veranstalter sollte auch eine Person stellen, die die Augen offen hält, welche Ehrengäste tatsächlich anwesend sind, und diese dann dem/der ModeratorIn Moderator:in nennen, damit auch wirklich begrüßt wird, wer da ist.

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Eine lebendige Moderation lässt das Publikum leichter folgen und zaubert Bilder in die Köpfe. Wenn Kommunikation mit dem Publikum nicht möglich ist, so ist eine Moderation meist nichts anderes, als dem Publikum ein bisschen etwas zu erzählen. Hier gilt es, gute Überleitungen zu finden, Verbindungen herzustellen (zum Orchester, den Ausführenden, dem Ort, der Komposition) und Anknüpfungspunkte zu finden (an aktuelle Ereignisse, Festivitäten, die Lage des Publikums, die Konzertsituation). Oft gibt es zu Musikstücken Geschichten zur Entstehung, zum Leben der KomponistInnenKomponist:innen, rund um die Komposition, Zitate anderer KomponistInnen Komponist:innen zur Komposition/zum Komponisten. All diese Geschichten können eine Moderation zum Leben erwecken und die ZuhörerInnen in eine eigene Welt eintauchen lassen. Hat ein/e ModeratorIn Moderator:in noch nicht so oft moderiert, ist es der sicherere Weg, den Text komplett ausformuliert aufzuschreiben. Manche ModeratorInnen machen allerdings nur Stichworte und bringen diese dann spontan in einen Zusammenhang. Bei ungeübten ModeratorInnen ist hierbei allerdings Vorsicht vor Hängern, unzusammenhängenden Sätzen, Vergessen von Wörtern etc. geboten.

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  • In der Kürze liegt die Würze: nicht zu lange Geschichten erzählen und alle Informationen in eine Moderation packen wollen. Eine gute Methode ist, sich selbst die Fragen zu stellen: Was will ich wissen? Was interessiert auch mich? Interessiert es mich nicht wirklich, so wird es auch mein Publikum nicht
  • Bilder entstehen lassen: Stellen Sie sich vor, Sie wären auf einem orientalischen Markt. Obst überall... Oder: Wir schreiben das Jahr 1830, die Straßen sind leer,... Das hilft dem Publikum, sich in eine Situation und ein Stück hineinversetzen zu können.
  • Hörbeispiele und -aufgaben geben: Ist in einem Stück ein Thema besonders vorherrschend, das das Publikum kennen könnte, so kann man die Aufgabe geben, darauf zu achten. Hat die Querflöte in einem Werk für Orchester eine Stimme, die einen Vogel imitieren soll, so kann man den Querflötisten/die Querflötistin bitten, diese Stelle einmal anzuspielen (Achtung: unbedingt vorab mit dem/der MusikerIn Musiker:in ausmachen – keine Überraschungen beim Konzert), sodass das Publikum sie im Stück wiedererkennt. Achtung: Dies sollte nur gemacht werden, wenn das Thema wirklich wichtig für das Stück ist – keine unbedeutenden Stellen herausnehmen, nur um ein Hörbeispiel zu haben.

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  • Moderationskärtchen schreiben: Bevor man den Text auf Kärtchen schreibt, sollte man ihn jedenfalls noch einmal laut durchsprechen. Schriftsprache unterscheidet sich von gesprochener Sprache. Da kann es sein, dass einige Sätze noch umgestellt werden. Achtung vor zu langen Schachtelsätzen – sie sind für das Publikum schwer zu verfolgen und stellen der/dem ModeratorIn Moderator:in selbst oft die Hürde, nicht den Faden zu verlieren. Das Format A5 hat sich bei vielen ModeratorInnen Moderator:innen bewährt – in jedem Fall nicht zu klein schreiben, der Text muss problemlos zu lesen sein. Stichworte sollten markiert werden, falls man den Faden verliert.
  • Moderationskärtchen nummerieren: Nichts ist schlimmer, als vor dem Konzert die Moderationskärtchen unabsichtlich fallen zu lassen und sie dann nicht in Sekundenschnelle ordnen zu können. Daher: Unbedingt nummerieren!
  • Aussprache der Namen probieren: Oft sind Namen, die sich „leicht lesen“, schwer auszusprechen. Die Aussprache sollte man unbedingt vorab ausprobieren und bei Unsicherheiten nachfragen. Dies gilt auch für SolistInnen, DirigentInnen Solist:innen, Dirigent:innen Ein falsch ausgesprochener Name kann schnell zum Stolperstein werden, der jedoch vermieden werden kann.

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  • sich mit der Situation auf der Bühne vertraut zu machen
  • der/m TontechnikerIn Tontechniker:in einen Besuch abzustatten, um zu klären, wie die technische Organisation während der Moderation verläuft
  • Sprechprobe mit Mikrofon, Soundcheck
  • etwaige InterviewpartnerInnen Interviewpartner:innen aufzusuchen, um die Fragen noch einmal durchzugehen und abzustimmen, ob alles klar ist
  • mit jener Person zu sprechen, die die Augen nach Ehrengästen offen hält
  • die Frage, wer wirklich begrüßt wird (im Zweifelsfall immer lieber mehr Leute begrüßen als jemanden zu vergessen)

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  • Das Mikrofon ist mein Freund: Wer noch nicht viel mit Mikrofon gearbeitet hat, sollte unbedingt vorab genug Zeit einplanen, um sich damit vertraut zu machen. Ein/e TechnikerIn Techniker:in hilft meist, Lautstärke und Akustik einzustellen.
  • Bühnensituation erkunden: Wo werde ich stehen? Pfeift das Mikrofon an dieser Stelle? Ist dort genug Licht vorhanden? Kann ich meine Moderationskärtchen lesen? Sieht mich das Publikum?
  • Begrüßungsliste durchgehen: Wer von den Ehrengästen ist nun wirklich anwesend? Wo sitzen sie (jeder Ehrengast freut sich, wenn er/sie vom Moderator/von der Moderatorin angesehen wird, wenn er/sie begrüßt wird)? Gibt es Personen, die spontan dazukommen sind? Titel? Genaue Berufsbezeichnung? Besondere Verbindung zum Veranstalter?

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Sei du selbst!
Liebe dein Publikum!
Sei selbstbewusst!

 Die Körpersprache und die innere Haltung entscheiden maßgeblich die Ausstrahlung. Innere Haltung prägt die äußere. Dabei ist es wichtig, man selbst zu bleiben und keine Rolle zu spielen. Jede/r begeistert auf seine/ihre ganz individuelle Art und Weise für ein Thema – das ist das Geheimnis erfolgreicher RednerInnenRedner:innen. Wenn sich das Publikum dabei wertgeschätzt fühlt, wird es alles dafür tun, dass auch der/die ModeratorIn Moderator:in sich wohl fühlen. Wer zu sehr mit sich selbst beschäftigt ist, kann nicht im Kontakt mit dem Publikum stehen – das aber ist genau die Aufgabe des Moderators/ der Moderatorin. Dabei darf man niemals gelangweilt sein. Selbstbewusstes und mutiges Auftreten sind schon die halbe Miete.

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Checkliste Moderation

Vorab

Was?

erledigt/geprüft

Informationen sammeln:


  • zu den Stücken
  • zum Orchester/den
MusikerInnen
  • Musiker:innen/den Ausführenden
  • zu den organisatorischen Gegebenheiten (Hintergrund der Veranstaltung, Geschichte zur Veranstaltung - gab es diese schon einmal? etc.)


Begrüßungsliste besorgen (VIPs, Sponsoren, Partner)


Person bestimmen (lassen), die am Tag der Veranstaltung kontrolliert, wer anwesend ist


Ablauf klären (Abfolge der Stücke, Interviews)


Interviewfragen überlegen (falls gewünscht)


Interviewfragen mit

InterviewpartnerInnen

Interviewpartner:innen abstimmen


Moderation schreiben


Moderation durchsprechen


Namen (

MusikerInnen, KomponistInnen

Musiker:innen, Komponist:innen ...) und Titel aussprechen – ggf. um Rat fragen, falls es Unklarheiten gibt


Moderationskärtchen schreiben


Moderationskärtchen nummerieren


Am Veranstaltungstag

Was?

erledigt/geprüft

Mikrofon testen


Bühnensituation erkunden (Bühnenaufgang, Standpunkte, Licht …)


Begrüßungsliste durchgehen

InterviewpartnerInnen


Interviewpartner:innen begrüßen


Kurz vor dem Auftritt

Was?

erledigt/geprüft

Fokussieren (nichts und niemand sollte stören)


in Bewegung bleiben (baut Lampenfieber ab)


frische Luft für einen klaren Kopf


Moderationskärtchen nach Nummerierung durchsehen


Glas Wasser hinstellen