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Das Bundesgesetz über das Urheberrecht an Werken der Literatur und der Kunst und über verwandte Schutzrechte (Urheberrechtsgesetz) wurde zum ersten Mal am 9. April 1936 in Österreich ausgegeben. Gerade im Bereich der Schulen und auch der Musikschulen bzw. der Musik generell sind das Urheberrecht und damit verbunden das Urheberrechtsgesetz von zentraler Bedeutung. Das Urheberrechtsgesetz ist in fünf Hauptteile mit diversen Abschnitten gegliedert.

Für Schulen bzw. Musikschulen besonders interessant ist unter anderem § 42, welcher die Vervielfältigung von Werken aller Art zum eigenen und zum privaten Gebrauch behandelt. § 42 Abs. 6 definiert: Schulen und Universitäten dürfen für Zwecke des Unterrichts beziehungsweise der Lehre in dem dadurch gerechtfertigten Umfang Vervielfältigungsstücke in der für eine bestimmte Schulklasse beziehungsweise Lehrveranstaltung erforderlichen Anzahl herstellen (Vervielfältigung zum eigenen Schulgebrauch) und verbreiten; dies gilt auch für Musiknoten. Auf anderen als den im Abs. 1 genannten Trägern ist dies aber nur zur Verfolgung nicht kommerzieller Zwecke zulässig. Die Befugnis zur Vervielfältigung zum eigenen Schulgebrauch gilt nicht für Werke, die ihrer Beschaffenheit und Bezeichnung nach zum Schul- oder Unterrichtsgebrauch bestimmt sind (und über eine Schulbuchnummer verfügen).*1

Dementsprechend dürfen an Musikschulen zum Zweck des Unterrichts Musiknoten und Werke der Tonkunst vervielfältigt und verbreitet werden.

Ebenso interessant für Musikschulen ist § 56c. Dieser behandelt die öffentliche Wiedergabe im Unterricht und besagt, dass Schulen und Universitäten für Zwecke des Unterrichts beziehungsweise der Lehre in dem dadurch gerechtfertigten Umfang Werke der Filmkunst und die damit verbundenen Werke der Tonkunst öffentlich aufführen dürfen. Für die öffentliche Aufführung nach Abs. 1 steht dem Urheber ein Anspruch auf angemessene Vergütung zu. Solche Ansprüche können nur von Verwertungsgesellschaften geltend gemacht werden.*2

Demnach steht dem Urheber bzw. der Urheberin bei einer öffentlichen Aufführung des Werkes eine angemessene Vergütung zu, welche von einer Verwertungsgesellschaft geltend gemacht werden darf. In Österreich ist die in diesem Fall zuständige Verwertungsgesellschaft die AKM (Autoren, Komponisten und Musikverleger reg. Gen.m.b.H.)

Für weitere, allgemeine Informationen können Sie die Broschüre mit dem Titel "Musik kopieren, aufführen, downloaden - alles verboten?" von Frank Bauchrowitz nutzen - Broschüre Bauchrowitz 2017*3. Diese Broschüre bezieht sich zwar auf das deutsche Urheberrecht, jedoch liegen das Österreichische und das Deutsche Urheberrecht (UrhG) grundsätzlich nicht so weit auseinander. Im Detail gibt es natürlich Unterschiede zum österreichischen UrhG. Zu beachten ist jedoch, dass auch das Österreichische UrhG in Folge der Umsetzung der EU Richtlinie zur Harmonisierung des Urheberrechts innerhalb der EU (Richtlinie 2019/790) Anfang 2022 novelliert und angepasst wurde. Da die Broschüre aus 2017 stammt, muss dennoch die aktuell geltende Rechtslage geprüft werden. Eine gesonderte Betrachtung kann durch die Broschüre somit im Einzelfall nicht ersetzt werden.


*1 siehe Urheberrechtsgesetz § 42 Abs. 6

*2 siehe Urheberrechtsgesetz § 56c. Abs. 1 + 2

*3 Bauchrowitz, Musik kopieren, aufführen, downloaden - alles verboten?, Frank Bauchrowitz Literaturverlag 2017


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