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Alle Bediensteten sind verpflichtet, die eigene Weiterentwicklung im Sinne der Ziele der Musikschulen in Niederösterreich aktiv zu betreiben, an Veranstaltungen der Aus- und Fortbildung aktiv teilzunehmen, die gewonnenen Kenntnisse und Fähigkeiten anzuwenden und soweit wie möglich mit anderen LehrerInnen zu teilen. MusikschullehrerInnen und -leiterInnen haben sowohl im fachlichen als auch im pädagogischen Bereich ständig ihren Standort zu überprüfen und sich auf dem Laufenden zu halten. Die ständige Weiterentwicklung der LehrerInnen und der Leitung muss auch dem Musikschulerhalter als Dienstgeber ein Anliegen sein. Eine entsprechende Unterstützung kann auch mittels Einrichtung eines Fortbildungsbudgets für die Musikschule erfolgen. Der Wille zu ständiger Weiterentwicklung soll damit von beiden Seiten erkennbar werden.

Fort- und Weiterbildungsangebote

Es wird empfohlen, das Ausmaß von mindestens acht Unterrichtseinheiten pro Schuljahr im Durchschnitt nicht zu unterschreiten. Fort- und Weiterbildungen der MusikschullehrerInnen sollen von der Leitung auch laufend dokumentiert werden. Das Musikschulmanagement führt daher Fortbildungsveranstaltungen durch.

Die/der MusikschulleiterIn hat die laufende Aus- und Fortbildung der Lehrpersonen und auch administrativen MitarbeiterInnen zu unterstützen (z. B. durch interne Angebote, fachliche/pädagogische Beratung, Bereitstellen von Informationen und Fachliteratur etc.), die MitarbeiterInnen über das laufende Angebot zu informieren und die Teilnahme zu dokumentieren. Die Fortbildung ist auch ein Thema bei den Mitarbeitergesprächen, in deren Rahmen gemeinsam und unter Rücksichtnahme auf die individuelle Situation einer Lehrperson bzw. eines/einer administrativen Mitarbeiters/ Mitarbeiterin (derzeitige und zukünftige Aufgaben, bereits absolvierte Veranstaltungen, Ausmaß der Arbeitsbelastung etc.) geeignete Fortbildungsmaßnahmen festgelegt werden.

Im Sinne der Verantwortung für die Qualitätskontrolle (Prüfungsvorsitz, Besuch von Klassenabenden, Unterrichtsbesuch etc.) kann die/der MusikschulleiterIn den Besuch von Fortbildungsveranstaltungen auch anordnen. Für die Durchführung dieser Maßnahmen ist mit den betreffenden Lehrpersonen ein vernünftiger zeitlicher Rahmen zu vereinbaren. Angeordnete Fortbildungsmaßnahmen sind vom Dienstgeber zu finanzieren.

Wenn andere MitarbeiterInnen die bei Aus- und Fortbildungsveranstaltungen vermittelten Inhalte ebenfalls für ihre dienstliche Tätigkeit verwerten können, hat die/ der teilnehmende MitarbeiterIn für die entsprechende Weitergabe der Information zu sorgen.

Zu Schulbeginn erscheint ein Jahreskalender, in dem die Fortbildungen für das neue Schuljahr angeführt sind. Zum Beginn des zweiten Semesters erscheint das Angebot der Fortbildungswoche, die jeweils in der letzten Ferienwoche stattfindet. Besonders wichtig sind die sichtbare Auflage von Informationsmaterial sowie die Ankündigung der Fortbildungsveranstaltungen bei Konferenzen.

Lehrpersonen haben die Möglichkeit, Anregungen und Ideen für künftige Fortbildungsveranstaltungen bei ihren zuständigen FachgruppenkoordinatorInnen einzubringen.

Plant und veranstaltet eine Musikschule zusätzliche Fortbildungen (interne, regionale), kann beim MKM Musik & Kunst Schulen Management um einen Mitveranstaltungsbeitrag angesucht werden.

Nähere Informationen auf der Website des MKM Musik & Kunst Schulen Management Niederösterreich.

Anrechenbare Formen der Fort- und Weiterbildung

Das MKM Musik & Kunst Schulen Management empfiehlt (wie bereits weiter oben erwähnt) ein jährliches Mindestausmaß an Fort- und Weiterbildungsbesuchen von acht Unterrichtseinheiten. Zur genaueren Orientierung soll an dieser Stelle ein Abriss der gängigsten Formen anrechenbarer Fort- und Weiterbildungen aufgelistet werden:

Vom MKM Musik & Kunst Schulen Management durchgeführte Fortbildungen

Jahresfortbildungen (dezentral in den Musikschulen)

  • Fortbildungswoche in Zeillern
  • Leiterakademie (auch für LehrerInnen zugänglich)
  • Fortbildungen in Kooperation
  • Fachgruppentreffen
  • Teilnahme an regionalen Vernetzungstreffen
  • NeueinsteigerInnentreffen

Von Musikschulen durchgeführte Fortbildungen

  • interne Fortbildungen
  • regionale Fortbildungen
  • Fortbildungen in Kooperation

Von externen Anbietern durchgeführte Fortbildungen:

Diese Fortbildungen müssen einen klar erkennbaren pädagogischen, fachlichen oder unterrichtsrelevanten Bezug aufweisen, z. B.:

  • Seminare über Kommunikation
  • anerkannte pädagogische Richtungen
  • Meisterkurse v.m.

Letztendlich liegt die Entscheidung, ob die Fortbildung von externen Anbietern unterrichtsrelevant ist oder nicht, bei der jeweiligen Leiterin/beim jeweiligen Leiter.

Weiters soll darauf hingewiesen werden, dass die unten angeführten „Neuen Formen: Voneinander Lernen“ ebenfalls eine Möglichkeit der Fort- und Weiterbildung darstellen und als solche anzurechnen sind.


NEU: prima la musica – Fortbildung für Lehrende

Für die passive Teilnahme von Lehrenden am NÖ Landeswettbwerb prima la musica kann eine Fortbildungsbestätigung ausgestellt werden. Lesen Sie mehr

Neue Formen: „Voneinander Lernen“

  • interne Fortbildung ohne externe ReferentInnen
  • Lernpartnerschaften
  • kollegiale Beratung
  • Prüfungsbesuche von KollegInnen

Auszug aus dem Jahreskalender 2015/16:

Voneinander Lernen – ein neuer Weg in der Fortbildung

 „Aus der Praxis für die Praxis“, „Best Practice“, „Lernpartnerschaft“, „kollegiale Beratung“ – all dies sind Bezeichnungen für das gleiche Anliegen: Fortbildung durch Erfahrungsaustausch. Diese Form der Vernetzung wird in Zukunft bei den Fortbildungsangeboten unter der Bezeichnung „Voneinander Lernen“ zusammengefasst.

 Jede Pädagogin bzw. jeder Pädagoge ist ExpertIn seines/ihres Unterrichts und somit für all ihre/seine KollegInnen ein/e potenzielle/r LernpartnerIn. Dieses Potenzial liegt noch weitgehend brach. Durch die gezielte Vernetzung der LehrerInnen soll es zu einem Austausch von Literatur, Unterrichtserfahrungen, Methoden, fachspezifischem, didaktischem und pädagogischem Wissen kommen, das sich in der Praxis bewährt hat und deshalb sofort anwendbar ist.

 Vor allem die Wichtigkeit von Supervision bzw. Intervision im pädagogischen Umfeld bedarf besonderer Aufmerksamkeit. Durch die Hervorhebung und Neueinführung dieser Aspekte der Fortbildung soll das Augenmerk auf diese Möglichkeiten des Lernens gerichtet und damit ihr Wert und ihre Selbstverständlichkeit gesteigert werden. „Voneinander lernen“ vereinigt in sich Effizienz und direkte Anwendbarkeit bei geringem äußerem Aufwand. Es bedarf nur wenig: Der Bereitschaft, sich zu öffnen, und dem Vertrauen, für das eingebrachte „Knowhow“ die Expertise der anderen zu erhalten.

Lernpartnerschaften

Bis 2018 wird in drei Pilotschulen das Modell der Lernpartnerschaften erprobt. Diesem Modell liegt ein Manuskript zugrunde, das von Elke Theil und Andreas Weiss konzipiert wurde. In dieser Zeit soll das Modell durch Evaluation erweitert bzw. vereinfacht und optimiert werden. Grundsätzlich soll es den fachlichen Austausch unter KollegInnen fördern – ein Austausch, der im Wesentlichen im Beobachten und Reflektieren von mehreren Unterrichtsstunden eines Kollegen/einer Kollegin besteht. Zusätzlich gibt das Manuskript auch Anleitungen zu kollegialem Feedback, falls Feedback der Wunsch beider LernpartnerInnen ist. Die Lernpartnerschaft unterliegt grundsätzlich der Freiwilligkeit, da das Konzept auf der freiwilligen Teilnahme beruht und daher nur in dieser Form sinnvoll ist. Es sollte daher auf keinen Fall von MusikschulleiterInnen angeordnet werden.

Um Missbrauch vorzubeugen (Mobbing), sollten sich die teilnehmenden LehrerInnen gegenseitig dazu verpflichten, negative Bemerkungen an Dritte über den beobachteten Unterricht zu unterlassen. Wertschätzenden Bemerkungen kann natürlich immer Raum gegeben werden.

MusikschulleiterInnen sollten ebenso keinesfalls von LehrerInnen inhaltliche Auskunft über hospitierte Stunden verlangen. Lernpartnerschaften sollten niemals Inhalt eines Mitarbeitergesprächs, einer Anlassbeurteilung oder einer Verwarnung sein (Ausnahme: strafrechtlich relevante Handlungen der Lehrkraft).

Interessierten MusikschulleiterInnen und -lehrerInnen steht es natürlich frei, schon vor dem Ende der Pilotphase das Modell Lernpartnerschaften zu erproben. Es wird der/dem MusikschulleiterIn empfohlen, beim MKM Musik & Kunst Schulen Management um eine Einschulung für den Lehrkörper anzusuchen. Um bei der Evaluierung berücksichtigt zu werden, ist es wichtig, sich an den Ablauf im Manuskript zu halten.

Zudem ist es im Sinne des Modells, dass für eine Lernpartnerschaft eine Dienstfreistellung gewährt wird und diese als Fortbildung anerkannt wird. Bei einer Dienstfreistellung ist von der/dem MusikschulleiterIn unbedingt darauf zu achten, dass das im Statut zugesicherte Mindestausmaß an abgehaltenen Unterrichtsstunden nicht gefährdet ist. Eine Einsicht in den Klassenkatalog/das Klassenbuch wird empfohlen. In diesem Fall muss die/der LehrerIn einen Nachweis über die abgehaltene Lernpartnerschaft in Form einer unterschriebenen Anwesenheits-Bestätigung des Gastgebers erbringen. (Formulare dazu sind in Arbeit).                                                                                         

Kollegiale Beratung

Ab dem Sommersemester 2016 bietet das MKM Musik & Kunst Schulen Management Einführungen zum Thema „kollegiale Beratung“ an. Diese sollen und können eine Supervision (siehe Konfliktmanagement) nicht ersetzen, sondern sollen vielmehr die beteiligten LehrerInnen befähigen, die nötigen kommunikativen Fähigkeiten zu erwerben, um in einfacher Weise Probleme des Unterrichts und Unterrichtens in beratender Form in kollegialen Gruppen zu besprechen. Beratung wird dabei nicht im Sinne von „Ratschläge geben“ gesehen, sondern orientiert sich am Beratungsbegriff der Lebens- und Sozialberatung.

Im Sinne der Offenheit dieser Runden ist es angebracht, dass die/der MusikschulleiterIn nicht teilnimmt, da es in solchen Gruppen keine Abhängigkeitsverhältnisse geben darf. Die MusikschulleiterInnen werden jedoch angehalten, diese Form der Fortbildung bei den Konferenzen anzukündigen und von den Einschulungen Gebrauch zu machen. Da diese Einschulungen vom MKM Musik & Kunst Schulen Management kostenlos angeboten werden, sind sie aus personellen Gründen leider limitiert.

Vernetzende Treffen/Fachgruppentreffen/Austausch Best-Practice-Modelle

Ähnlich wie bei den Lernpartnerschaften werden ab dem Schuljahr 2015/16 vermehrt Fortbildungen angeboten, die auf dem Erfahrungsaustausch der MusikschullehrerInnen basieren. Die Intention dieser Art der Fortbildung ist ein Austausch von Wissen, das in der Praxis entstanden und dort bereits zur Anwendung gekommen ist und somit unmittelbar angewendet werden kann.

Mögliche Schwerpunkte:

  • didaktischer Austausch (z. Curriculum einer Improvisationsklasse)
  • fachliches Wissen (z. Rhythmus im Volksschulalter, spezifische Instrumental-, Gesangs- und Tanztechniken)
  • pädagogische Themen
  • Auftrittspraxis
  • Wettbewerbsvorbereitungen

Die Möglichkeiten sind unbegrenzt. Ziel und Hoffnung ist, dass diese Form des Austausches Teil des pädagogischen Selbstverständnisses wird.

Interne Fortbildungen ohne externe ReferentInnen

Hierbei handelt es sich wie bei den Best-Practice-Fortbildungen um einen kollegialen Austausch von Fachwissen. Allerdings findet hier der Austausch meist innerhalb einer Musikschule statt. Bei internen Fortbildungen ohne externe ReferentInnen sollten MusikschulleiterInnen ihre Lehrkräfte zu einem Austausch ihrer speziellen Expertisen anregen. Das heißt, alle LehrerInnen einer Musikschule können als ReferentInnen auftreten. Bei Schulanfangskonferenzen könnte ein interner Jahreskalender mit Beiträgen der MusikschullehrerInnen erstellt werden.

Beispiel aus der Musikschule Behamberg-Ernsthofen-Haidershofen:

Nach einer Abfrage bei der Anfangskonferenz wurden folgende Themen von MusikschullehrerInnen angeboten:

  • Bühnentechnik
  • Notenschreibprogramme
  • Improvisation für KlassikerInnen
  • lunare und solare Atemtechniken
  • Qi-Gong-Übungen gegen Haltungsschäden

Der/die MusikschulleiterIn entscheidet autonom, ob die jeweils abgehaltene interne Fortbildung den Status einer anrechenbaren Fortbildung erhält und ob Nachbarschulen eingeladen werden. Ob diese Form der Fortbildung von den internen ReferentInnen auf freiwilliger Basis abgehalten oder von den Teilnehmenden bzw. der Musikschulleitung entlohnt wird, entscheiden die Beteiligten.

Umsetzung in der Praxis, Freistellungen, Aufwandsentschädigungen

Die Musikschulen in Niederösterreich fördern die Teilnahme ihrer MusikschullehrerInnen bei Wettbewerben, Fort- und Weiterbildungen und Fachgruppentreffen.

Die Fahrten zu Wettbewerben mit eigenen SchülerInnen bzw. KorrepetitionsschülerInnen der Musikschule sind grundsätzlich als Dienstreisen anzusehen (Diensttätigkeit, Fahrtkostenersatz, ev. auch Dienstfreistellung). Wettbewerbe können auch als freiwillige oder angeordnete Fortbildungen besucht werden.

Bei einer möglichen Dienstfreistellung (Entfall der Unterrichtsstunden) muss der/die MusikschulleiterIn unbedingt darauf achten, dass das im Statut zugesicherte Mindestausmaß an abgehaltenen Unterrichtsstunden nicht gefährdet ist. Eine Einsicht in den Klassenkatalog/das Klassenbuch wird empfohlen. Im Falle einer Wettbewerbsteilnahme ohne Dienstfreistellung sollte der/die SchulleiterIn zumindest Möglichkeiten alternativer Unterrichtseinbringungen für ausgefallenen Unterricht gewähren.

Möglichkeiten alternativer Unterrichtseinbringung:

  • Einladung der am Wettbewerbstag unterrichteten SchülerInnen zum Wettbewerb. Die Form der passiven Teilnahme kann eine motivierende Wirkung auf SchülerInnen haben, selbst an Wettbewerben teilzunehmen. (Falls Eltern ihre Kinder nicht selbst transportieren können, ist für einen eventuellen Transport durch die LehrerInnen unbedingt eine Einwilligung der Eltern erforderlich!)
  • Gruppenunterricht als Ersatz

Unterstützung von Fortbildungsbesuchen

Angeordnete Fortbildungen müssen vom Dienstgeber finanziert werden. Freiwillige Fortbildungsbesuche von MusikschullehrerInnen können generell unterstützt werden durch:

  • Fahrtkostenersatz
  • Teilweise oder vollständige Übernahme der Kurskosten
  • Unterrichtsfreistellung

Bei Vorliegen einer Anordnung zur Verrichtung dienstlicher Tätigkeiten außerhalb des Dienstortes (Weisung) gebührt der Ersatz des entstandenen Aufwandes. Das gilt grundsätzlich auch für angeordnete Fortbildungen. Es ist aber durchaus möglich eine Differenzierung zwischen den Fortbildungsveranstaltungen in Bezug auf den dienstlich zu verwertenden Inhalt der Veranstaltung vorzunehmen (z.B. ausschließlich dienstliches Interesse; überwiegendes dienstliches Interesse; im beiderseitigem Interesse; teilweise dienstliche Interessen auf Wunsch Dienstnehmer; ...). Nach derartigen Regeln kann im Vorhinein festgelegt werden, welcher Aufwand ersetzt wird, in welchem Ausmaß die Seminarkosten und die Verpflegung übernommen werden und ob Überstunden abgegolten werden.

Der Besuch von Fachgruppentreffen von MusikschullehrerInnen kann unterstützt wer den:

  • Fahrtkostenersatz
  • Dienstreiseauftrag

Die/der MusikschulleiterIn sollte die Teilnahme an Lernpartnerschaften in der Pilotphase und darüber hinaus unterstützen, fördern und dafür eine Dienstfreistellung ermöglichen. Bei einer Dienstfreistellung ist vom Musikschulleiter/von der Musikschulleiterin unbedingt darauf zu achten, dass das im Statut zugesicherte Mindestausmaß an abgehaltenen Unterrichtsstunden nicht gefährdet ist. Eine Einsicht in den Klassenkatalog/das Klassenbuch wird empfohlen.